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30.11 bis 24.12. 2004 - Weihnachten und Neujahr

 

Liebe Besucher und Besucherinnen unserer Internetseiten, wir werden nun schon das zweite Weihnachten und Neujahr weit weg von Deutschland verbringen. Und bevor sie unsere Dezemberseiten studieren, möchten wir auf diesem Weg allen unseren Verwandten, Freunden, Besuchern unserer Seiten und den vielen Bekannten, welche wir bis jetzt auf dieser Reise trafen,ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2005 wünschen. Aus dem ruhigen Bergstädtchen Colonia Tovar ging unsere Fahrt erst einmal wieder die Berge hinunter und in die Hauptstadt Caracas. Trotz mehrspuriger Durchfahrtsstraße brauchten wir für die rund 20 Kilometer durch Caracas über 2 Stunden, denn es zog sich ein Stau durch die gesamte Stadt. Und die Krönung war, daß in diesem Stau immer mehr Autos den Geist aufgaben und einige ihr Fahrzeug dann mitten in diesem Getümmel bei schweißtreibenden 34 Grad per Muskelkraft schoben, was den Verkehrsfluß auch nicht gerade beschleunigte. Jedenfalls bot die langsame Fahrt durch solche oder andere Aktionen immer neue Überraschungen. In der Nähe von Caripe befindet sich die Guaracho-Höhle. Sie ist die größte Höhle in Südamerika mit einer beeindruckenden Schönheit. Aber diese Höhle bietet noch eine weitere Besonderheit. In ihr leben und nisten auch rund 4.000 Guacharovögel (?Fettvögel). Bei einem Besuch am Tag kann man sie nur hören, da sie nachtaktiv sind. Doch abends rund eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang werden die Vögel aktiv, welches durch ihr lautstarkes Gezwitscher hörbar ist. Und dann flattert auf einmal die gesamte Luft im Höhlenausgang und der Ausflug zu den nächtlichen Futterplätzen beginnt - was ein einzigartiges Schauspiel ist. Rund eine Stunde später wird es wieder ruhiger und die ca. 4.000 Vögel sind ausgeflogen. Erst gegen 4 Uhr des nächsten Morgens kommen sie dann wieder zurück zu ihren Nestern. Von Ciudad Bolivar aus starteten wir mit einem 5-sitzigen Kleinflugzeug in Richtung Süden über endlosen Dschungel und die Grand Sabana zu dem höchsten Wasserfall der Welt. Schon der Flug alleine über eine einzigartige Landschaft mit riesigen Wäldern, unzähligen großen und kleinen Flüssen und Seen ist beeindruckend. Doch dann geben die Wolken auf einmal den Blick auf gigantische Tafelberge mit 1.000 Meter tiefen Abrißkanten frei. Diese Gebirgslandschaft ist mit die älteste unserer Erde und stammt aus der Zeit des Urkontinentes Godwana, als Südamerika noch mit Afrika verbunden war. Und an einer dieser Abrißkanten stürzen sich die Wassermassen des Salto Angel (Angel Falls) knapp 1.000 Meter in die Tiefe. Gleich in der Nähe befindet sich das Buschcamp Canaima, von wo aus man zu weiteren Wasserfällen wandert. Der besondere Gag ist hier, daß man so gar hinter einen Wasserfall laufen kann. El Dorado - noch heute ein Mekka der Goldsucher. Neben den riesigen Goldminen der großen Gesellschaften gibt es in diesem Gebiet unzählige kleine private Minen, wo die Leute ein ca. 7 m tiefes Loch in die Erde butteln und dann mit Gängen auf abenteuerliche und nicht ungefährliche Art den Adern des Goldes folgen. Kurz vor Santa Elena trifft man ein anderes in der Welt einzigartiges Naturschauspiel - den Jaspis-Wasserfall. Der Halb-edelstein Jaspis kommt hier großflächig an die Oberfläche und bildet das Grundgestein für den Wasserfall und Teile des Flußbettes. Der Weg zu den Gold- und Diamantensuchern Der größte Diamant Venezuelas wurde in El Paujin gefunden, doch der Weg durch den Dschungel hielt für uns einige Überraschungen bereit, welche unserem Ursinus einiges abverlangte, so eine abgerutschte Brücke, metertiefe Schlammlöcher oder ausgeschwemmte rutschige Rillenpiste. Auf den nächsten rund 1.000 km durch brasilianischen Amazonasdschungel passierten wir den Äquator am 12.12.2004 um 12 Uhr mittags. Danach ging es wieder weiter immer gerade aus nach Süden in das immer heißer und schwüler werdende Amazonasbecken. In Manaus endet die Straße, da die weitere Piste in der Regenzeit unpassierbar ist. Dieses mal hatten wir Glück und bekamen noch am gleichen Tag eine Verschiffungsmöglichkeit für unser Fahrzeug und uns auf einem Ponton-Schubschiff nach Porto Velho. Also die nächsten 7 Tage und 1096 km verbrachten wir auf dem Amazonas und dem Rio Madeira auf dem Pontonschiff mit der 5-köpfigen Besatzung und 4 Truckfahrern zwischen Containern und Sattelschleppern. Gegen die Hitze von 38 Grad im Schatten und einer rund 90-prozentigen Luftfeuchte hilft nur das kühle (28 Grad) Flußwasser - allerdings etwas bräunlich oder bewegungslos im Schatten in der Hängematte liegen und trotzdem noch schwitzen. Dafür wird man aber immer wieder mit einer herrlichen Landschaft und fantastischen Sonnenauf- und Untergängen belohnt. Immer wieder trafen wir die schwimmenden Goldsucher mit ihren Arbeitsplattformen auf dem Fluß. Sie saugen den abgesetzten goldhaltigen Flußschlamm hoch und spülen den Goldstaub auf einer Rutsche aus. Bei dieser Methode wird allerdings das hochgiftige Quecksilber verwendet, welches leider die Flüsse dann belastet. Diese Schönheit und Romantik des Amazonasbeckens und Dschungels ist überwältigend. Allerdings, wenn ein riesiges Schubschiff mit Edelhölzern vorbeigleitet, wird man an den schrumpfenden Dschungel erinnert, was man dann auch sehr deutlich entlang der südlichen Straße von Porto Velho mit riesigen Kahlschlägen und Brandrohdungen für Rinderherden zu Gesicht bekommt.

 

01.10 bis 29.11. 2004 - Es ist immer noch Regenzeit

 

Immer und immer wieder Regen und einige Male ist er so stark, daß es selbst der Schnellgang des Scheibenwischers nicht schafft. Der Durchblick durch die Windschutzscheibe ist dann nur noch verschwommen, wie im mittleren Foto und man bleibt am besten stehen um den stärksten Regen vorbei zu lassen. Bei solchem Wetter überquerten wir dann auch die Grenze von Costa Rica nach Panama. Auf der Farm bei einer schweizer Familie gleich hinter der Grenze fanden wir dann erst mal für einige Tage einen Stellplatz, denn jetzt begann unsere Suche nach einer Verschiffungsmöglichkeit für unser Auto nach Südamerika. Was wir in dem Moment aber noch nicht wußten, diese Suche sollte sich fast über zwei Monate hinziehen. Jedenfalls schickten wir die ersten Mails an verschiedene Agenturen und warteten auf Antwort. Zwischenzeitlich lernten wir die Farm der Schweizer näher kennen und dabei auch die Frucht Noni - Lat. Morinda citrifolia. Sie ist eine Baumfrucht aus Süd-ost-Asien, welche an den Rändern der Regenwälder (franz.-polynesische Inseln) wächst. Sie wird als Wunderfrucht bezeichnet oder von den Einheimischen als Frucht der Götter oder Schmerzkillerfrucht bezeichnet. In der Noni-Frucht ist der Stoff Damnacanthal. Japanische Wissenschaftler bekamen heraus, daß diese Substanz die T-RAS-Funktion in dem menschlichen Körper hemmt, welche wiederum mit hauptverantwortlich für die Entstehung von Tumoren sein soll. Während wir nun auf Antworten für unsere Verschiffung warteten, fuhren wir zwischenzeitlich weiter durch Panama. Im Tal El Valle trafen wir Manfred Koch ein ehmaliger HochseeKapitän. Er hatte hier das Hotel Los Capitanos aufgebaut, wo wir ebnfalls stehen bleiben konnten. In seinem Internetcafe konnten wir auch weiter unsere Anfragen verfolgen. Leider bekamen wir eine Absage nach der anderen. Das Problem war, wir wollten nach Ecuador verschiffen, was auch bis Mai diesen Jahres noch problemlos war. Doch mittlerweile hatten sämtliche Schiffslinien diese Route aus Rentabilitätsgründen gestrichen. Nur noch die NYK-Line fährt diese Route aller zwei Monate - doch da hätten wir zurück nach Costa Rica gemußt. Und dazu war noch nicht klar, welches Schiff eingesetzt wird und ob dieses dann auch unser Auto mit der Höhe von 3 Metern befördern konnte. Und an dieser Stelle trafen wir dann die Entscheidung, Ecuador aufzugeben und eine Verschiffung nach Osten in Richtung Kolumbien zu suchen. Manfred ließ hier seine umfangreichen Kontakte spielen, da wir auch hier nur Absagen bekamen und so fanden wir eine erste Verschiffungsmöglichkeit. Doch auch diese wurde dann kurzfristig wieder, wegen zu geringen Ladeaufkommens, gestrichen. Nochmals half uns Manfred und wir bekamen einen Verschiffungstermin von der Agentur Barwill von Panama nach Cartagena in Columbien. Endlich geschafft dachten wir und bereiteten unser Auto vor, denn es mußte wieder eine Trennwand zwischen Fahrer- und Wohnkabine gebaut werden und noch einige Dinge am Auto gepflegt werden. Da kam noch einmal eine Änderung, indem der Verschiffungstermin jetzt um 5 Tage vorverlegt wurde - da kam dann ordentlich Hektik auf, denn es mußten noch viele bürokratische Papiere erledigt werden. Zwischenzeitlich waren wir auf dem XS-RV-Campground mit zur Halloweenfeier eingeladen und erlebten am 3. und 4.November die Feierlichkeiten des Tages der Unabhängigkeit Panamas. Der 4. November ist der Flaggday und die Kinder der Schulen tragen auf einem Marsch durch die Stadt die traditionellen Festbekleidungen. Nachdem der Termin unserer Verschiffung nun endgültig feststeht, fahren wir nach Panama City, erledigen noch einen Tag lang die letzten Papiere, bauen die Dachboxen und Ersatzräder ab und verstauen sie im Auto. Zum Schluß verschließen wir noch die Kabine mit unserer Extratrennwand und verriegeln die Türen zusätzlich. Am nächsten Tag fahren wir dann in den Hafen Mazanillo bei Colon und geben unser Auto nach einem weiteren 5-stündigen Papierkrieg und Rauschgiftkontrolle mit Hund zur Verschiffung ab. Danach ging es mit dem Buss zurück nach Panama City. Jetzt haben wir auch endlich einen Tag Zeit und wandern durch die Alt- und Neustadt Panamas. Dort erlebt man ein buntes Treiben der verschiedenen Völkergruppen und einen Chaotischen Straßenverkehr. Die Kings in diesem Verkehrschaos sind natürlich die bunt bemalten und und oft museumsreifen Busse.

 

14.11.2004 - endlich erreichen wir Südamerika/Kolubien Cartagena -

eine interessante alte Kolonialstadt

 

Wärend unser Ursinus mit dem Schiff Cartagena in Kolumbien erreicht, landen wir nach einstündigen Flug in Südamerika und suchen uns als erstes mal eine Unterkunft. Allerdings sind hier im Osten Kolumbiens in den vergangenen Tagen extreme Niederschläge gefallen und ganze Landstriche stehen unter Wasser. So auch in der Stadt Cartagena, wo wir jetzt mit dem Taxi unterwegs waren, um unsere Papiere bei der Botschaft und der Schiffsagentur zu erledigen. Dann kam endlich der 19. November, an dem wir unser Auto nach fast 11-stündigen Papiermarathon abends 19 Uhr aus dem Hafen hatten. Das Problem war, die zuständige Schiffsagentur hatte trotz ausreichender Zeit (rund 3 Tage) nichts von ihren Papieren erledigt und wollten uns noch einen weiteren Tag vertrösten. Doch da war bei uns das Maß des Verständnisses aber endgültig voll, denn der nächste Tag war ein Sonnabend - wo gleich noch weniger passiert. Und so habe ich der Agentur dann mit Gewalt die Papiere und den Rest entzogen und alles selbst erledigt. Zwischenzeitlich besuchten wir in Cartagena noch den deutschen Honorarkonsul Frank Bolle. Von ihm erhielten wir ordentliche und realistische Informationen über die Verältnisse in Kolumbien für unsere weitere Fahrt durch das Land. Dann ging unsere Fahrt weiter über Santa Marta und Riohacho durch den Nordosten Kolumbiens bis zur Grenze von Venezuela. An dieser Stelle möchten wir auch nochmals sagen, daß der schlechte Ruf über dieses Land nicht der Realität entspricht, wenn man sich gut über die aktuellen Verhältnisse informiert. Und wer seinen Kopf gedankenlos in die Schlinge eines instabilen Gebietes steckt - dann ist er eben selbst schuld und ein Restrisiko gibt es in jedem Land der Welt. Wir haben zu Einheimischen immer freundliche Kontakte gehabt und gerade auch die Behörden - im Gegensatz zu Panama oder Honduras - haben sich redlich bemüht, uns zu helfen. In Venezuela angekommen, ging es wieder durch von intensiven Regenfällen überschwemmte Gebiete in die Ölmetropole Maracaibo. Danach die Straße Nr.3 über Coro (schöne Altstadt) vorbei an den Wandersanddünen auf die Halbinsel Paraguana. Fast nicht mehr für möglich gehalten, kam es doch noch zum Adventstreffen von Weltenbummlern. Dagmar Bilz und Lars Metzner aus Ottendorf-Okrilla sind seit dem 1. Januar 2004 auf einem BMW-Gespann in Südamerika unterwegs (www.gespanntreisen.de). Per e-mail hatten wir immer wieder mal Kontakt zueinander, so daß jeder wußte, wo der andere ungefähr steckt. Durch unsere Routenänderung, statt Ecuador jetzt über Kolumbien und nach Venezuela, bot sich nunmehr ein Treffen in der deutschen Bergsiedlung Colonia Tovar an. Dagmar und Lars trafen hier schon am 25. November ein und wir folgten einen Tag später. So feierten wir den 1. Advent, zwar nicht mit Stollen, aber dafür mit leckerer Bratwurst und Pils, gebraut nach deutschem Reinheitsgebot aus Colonia Tovar. Nach unserem Treffen geht unsere Fahrt weiter in den Süden von Venezuela und in das brasilianische Amazonasbecken, von wo aus wir uns das nächste mal melden werden.

 

31.08 bis 30.09. 2004 - Wir sind in Zentralamerika

 

El Salvador ist mit eines der kleinsten Länder Zentralamerikas und hatte in der Vergangenheit extreme innenpolitische Schwierigkeiten, worunter die Bevölkerung und die Wirtschaft erheblich litt. Trotzdem spürt man bei den Menschen immer Stolz und Optimismus sowie Freund-lichkeit uns gegenüber. Am Kratersee Coatepeque oder gegenüber dem Vulkan Izalco fanden wir herrliche Land-schaften. Der Stoz der Salva-dorianer zeigt sich auch in den Nationalfarben, womit sogar Leitplanken oder Brücken-geländer bemalt werden. Auf einer Fahrt durch San Salvador sucht man vergebens nach Richtungsschildern, da fahren wir immer lieber mit unserem altbewährten Kompaß, auch wenn es damit mal mitten durch einen Markt geht, die Leute sehen es gelassen. Von El Salvador kommend nervten uns die honduranischen Grenzbeamten bei 38 Grad im Schatten fast fünf Stunden, bis wir endlich alle Papiere hatten und dafür verlangen sie auch noch jede Menge Schmiergelder, sonst nahmen sie den Finger gar nicht erst aus der Nase. Wir durchfuhren in 3 Stunden den Südzipfel des Landes, wo uns die gleiche Prozedur noch einmal erwartete. Doch dieses mal bezeichnete ich den ersten Beamten als korrupt und schreibe dies der Tourismusbehörde. Jetzt lief alles sagenhaft schnell und in einer halben Stunde waren alle Papiere erledigt - keiner wollte mehr als korrupt gelten - na so etwas. Ankunft in Nicaragua In Nicaragua waren gerade die Wahlen vorbei und die Werbung der Parteien wurde hier überall hingemalt und wenn es mitten im Gebirge auf irgendwelche Felsen am Straßenrand war. Neben einer reizvollen gebirgigen Vulkanlandschaft begegnet man auch noch der alten Kolonialzeit mit ihren Baustilen, wie beispielsweise in Granada. Dagegen gibt es Cola nicht in Flaschen sondern im Beutel. An der Grenze zu Costa Rica verliefen alle Formalitäten problemlos und zum Schluß wurde unser Auto, mehr profilaktisch als ernsthaft wirksam, chemisch geduscht. Und zu unserem Erstaunen treffen wir auf den ersten Kilometern auf eine richtige deutsche Bäckerei, wo wir fast eine Schneiße in die ausgelegten Brot- und Kuchenregale gefuttert hätten. Was an Tourismus von Guatemala bis Nicaragua noch in den Kinderschuhen steckt, ist in Costa Rica schon lange zu einem entscheidenden Wirtschaftszweig geworden. Dies erfährt man als erstes an den saftigen Preisen insbesonders in touristisch erschlossenen Gebieten, den Nationalparks oder sonstigen touristischen Aktivitäten. Auf riesigen Hängebrücken wandert man über und durch die oberste Baumkronenschicht des Dschungels, wie in dem Monteverdegebiet. Einzigartig ist dabei der Blick zu den Tieren oder den hunderten verschiedenen Orchideen. Eine sehr umfangreiche Sammlung besitzen die schweizer Kahti + Walther Faisthuber neben ihrem Hotel Miramontes. Mit etwas Glück und Geduld begegnet man in den Wäldern den Weißgesicht Kapuzieneraffen. Dagegen fast überall flattern große und kleine Schmetterlinge. Der König dabei ist der ca. 13 cm große metallisch blaue leuchtende Morpho. Einen immer aktiven Vulkan erlebt man dagegen in der Nähe des Arenalsees. Der gleichnamige Vulkan erhebt sich schon von weitem sichtbar neben dem See mit einer leichten Rauchfahne an der Spitze. Doch erst in der Dunkelheit sicht man die glühend leuchtenden Lawabrocken die Flanken hinunter rollen. Gleich in der Nachbarschaft hört man morgens die Mantelbrüllaffen von ihren Schlafbäumen rufen oder man begegnet dem neugierigen Weißnasenbär. Aus den Bergen nördlich hinunter, erreicht man den tropisch schwülheißen Flachlanddschungel bis in die Küstengebiete von Tortugero. Hier mußten wir allerdings von unserem Ursinus für einige Zeit in Boote umsteigen. Auf tausenden von Kanälen geht es dann durch den Dschungel, vorbei an Urwaldriesen mit ausladenden Blattwurzeln oder fischenden Reihern. Neben Massen von Insekten lauern auch überall Kaimane in den Gewässern. Das man auf einer Dschungeltour auch aufmerksam sein sollte, wird jedem klar, wenn er die erste Schlange sieht und dann auch noch eine der giftigsten, wie hier die Fer de Lance Snake oder der nur 2 cm große Blue-Jeans Pfeilgiftfrosch, dessen Gift die Indianer für ihre Blasrohrpfeile nehmen. Überall in Cost Rica trifft man auf die endlosen Bananenplantagen eines gewissen Konzernes, welcher in der Vergangenheit und noch heute mit diversen Methoden seine Ziele durchsetzt, ohne Rücksicht auf Menschen oder gar die Natur. So werden heute 1 kg Bananen mit zusätzlich 2,12 kg Abfall inklusive Giftstoffe produziert. Es weden ohne Bedenken 40 kg Chemikalien pro Hektar und Jahr eingesetzt (andere Länder im Vergleich nur ca. 4 kg) und dies begleitet mit 3 Prozent Abholzungsrate - eine der höchsten der Welt. <-- Quelle: Arbeitsbericht des geograf. Institutes d. Humboldt-Univ. Berlin vom Jahr 2002 Das türkis-grüne schwefelhaltige Wasser des Kratersees des Vulkanes Poas wirkt irgendwie phantastisch aus einer anderen Welt. In Grecia und Umgebung begegnet man auch heute noch dem farbenprächtigen Ochsenkarren. Nur in dieser Region wurden die Karren so farbenfreudig und mit speziellen Mustern bemalt. Benutzt wurden die schmalen Karren in den steilen Hängen der Kaffe oder Maisfelder. Von San Jose südwärts auf den Paß von über 3.400 m, wo man bei gutem Wetter den Pazik und anderenseits den Atlantik sieht und wieder bis auf Null hinunter an die Küste bei Dominical, wo Familie Naumann aus Sachsen die El Coquito Lodge in Matapalo betreiben. Hier trafen wir auch auf die Schweizerin Claudia, welche sich die Zeit nahm, mir das Reiten mit einem Westernsattel zu lernen. Damit ging für mich endlich ein weiterer Traum des Reitens in Erfüllung und es machte unheimlichen Spaß, stundenlang im Gallop am menschenleeren Strand entlang zu reiten. Damit sind wir auf unserer Reise auch schon wieder fast an der Grenze zu Panama, wo wir unsere Überfahrt nach Südamerika organisieren müssen. Doch darüber in unserer nächsten Aktualisierung.

 

27.07 bis 30.08. 2004  - Nun sind wir erst ein mal in Guatemala

 

In Santa Maria del Ore trafen wir Petra und Memo, welche uns mehrere Tips für die Umgebung gaben. Dabei war auch ein kleiner Canyon, welcher die Miniaturausgabe des US-amerikanischen BryceCanyon sein könnte, allerdings ist hier die höchste Spitze maximal 3 - 4 Meter und die Canyons sind nur so breit, daß man gerade so hindurch laufen kann. Schon auf dem Weg zur Südwestgrenze Mexikos müssen wir in einer kleinen Stadt stoppen und warten, denn eine Reiterschar in bunten Trachten reitet auf der Hauptstraße. Wie wir dann erfahren, feiern die Leute gerade das Fest zu Ehren des Apostel St. Antonio. Wir werden natürlich gleich dazu eingeladen und mit in der Erde gebackenem Ochsenfleisch bewirtet, was auf Grund der speziellen Zubereitung köstlich schmeckt. Nach 6 Monaten Adio Mexiko! Mexiko verlassen wir mit vielen schönen Erinnerungen an Land und Leute. An der Grenze zu Guatemala benötigen wir erst mal 2 Stunden für alle Formalitäten bevor wir uns von der heiß-schwülen Küste aus in die kühleren Berge des Inlandes begeben können. Am einzigartigen AtitlanSee, welcher seine Farben fast stündlich ändert, fanden wir dann ein wenig Kühle und Berglandschaft mit Vulkanen zugleich. Aber am Wochenende wollten wir schon noch höher in die Berge nach Chichicastenango, einem winzigen Bergdorf, wo aber am Wochenende einer der größten Indianermärkte Guatemalas und Zentralamerikas ist. Dieses bunte Schauspiel wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Hier in den Bergen sind die Mayatraditionen noch lebendig und täglich überall erlebbar. Die Friedhöfe sehen bunt aus, weil die Gräber immer in der Farbe angestrichen werden, welche dem entsprechenden Wochentag des Verstorbenen entsprichen. Gleich auch auf dem Friedhof befinden sich 3 verschiedene MayaSchreine. Hier erlebten wir, wie sich Einheimische von einem Schamanen mit einer speziellen Zeromonie beraten und heilen liesen. Die schönsten Masken findet man hier oben in den kleinen Werkstätten. Wobei die bunten vorwiegend für Touristen gefertigt werden. Die echten Masken sind dagegen etwas schlichter, wie man es im Vergleich der Fotos gut sehen kann. Marika wurde gleich mal in eine originale Mayatracht eingekleidet und wir hörten Musiker auf einer alten und einer modernen Marimba spielen. Dann am Sonntag begann früh zeitig das Markttreiben. Fast alle Händler kommen samt ihrer Ware mit Bussen oder Lkw's und die Ware muß fast ausschließlich per Fuß zu den Ständen getragen werden. Dabei schleppen nicht nur Erwachsene riesige Lasten, sondern vielfach auch Kinder. Sind dann alle Stände aufgebaut, beginnt das bunte Markttreiben. Dabei kann man Menschen von wenigen Wochen alten Säuglingen bis zur uralten Großmutter bei ihren An- und Verkäufen beobachten. Die Vielfalt der Trachten ergibt sich aus der Tatsache, daß jedes Dorf seine eigenen Farben oder Muster bzw. Kleiderordnungen pflegt.
Gerade zeitig früh oder spät abends kurz vor dem Abbau erhandelt man die besten Preise, nur die Schnelltouristen, welche hier dann in Busskolonnen einfliegen, kaufen zu jeder Tageszeit ... natürlich zur Freude der Händler. Mitten im Markttreiben und auch während des Handelns stillen Mütter ihre Säuglinge, welche die restliche Zeit auf dem Rücken der Mutter im Tragetuch schlafen. Aus den kühlen Bergen ging unser Weg nun in Richtung Norden in das tropisch feuchte Flachland von Guatemala. Nur unbefestigte Buschwege oder mittlere Schotterpisten findet man hier im Dschungel, aber die ersten Planierraupen stehen schon an den Einfahrten und so dauert es nur noch ein zwei Jahre bis auch diese Dschungelpisten asphaltiert sind. Hier oben im Norden auf der Finca Ixtobel trafen wir Katja aus Deutschland, welche alleine mit dem Rucksack durch Guatemala reiste. Auf einer Bootsfahrt von Rio Dulce auf dem gleichnamigen Fluß bis zur Mündung in der Karibik durchstreift man nicht nur eine einzigartige Landschaft. Hier leben die Menschen teilweise noch ohne Strom und Wasserleitungen mitten im Dschungel. Ihre einzige weiterführende Verbindung ist das Kanu. Den Umgang damit lernen auch die kleinsten Kinder schon zeitig und es macht ihnen sichtlich Spaß durch die Wellen der Motorboote zu reiten. Hat man Durst, ist das sauberste und ungefährlichste Getränk, die kühle Milch der Coco. Einer unserer letzten Haltepunkte in Guatemala war der winzige Ort Quirigua. In Mexiko hatten wir die großen Mayatempel besucht, doch hier in diesem kleinen Ort stehen die größten Stelen aus Steingehauenen bis 10,5 Meter hohen Mayastelen und dies wollten wir uns naturlich nicht entgehen lassen. Danach führte es uns weiter der Hitze entgegen nach El Salvador, doch darüber in unserem nächsten Bericht.

 

01.07 bis 26.07. 2004 - 1 Jahr unterwegs

 

Seit einem Jahr sind wir nun schon unterwegs von Kanada nach Alaska und die West- bzw. Südweststaaten der USA nach Mexiko. Vieles haben wir in den Ländern erlebt. Unser einjähriges Reisejubiläum haben wir dann am 20. Juli mit unserer Tochter Aline und ihrem Freund Marko, welche uns für 14 Tage hier in Mexiko besuchten, am Lagerfeuer und mit einem Extrakuchen gefeiert. Auch nach einem Jahr brauchte unser Auto Ursinus eine umfassende Pflege und so wechselte ich mit Marco das Motoröl und Filter sowie das Öl der Vorder- und Hinterachse bzw. des Verteilergetriebes. Dann versuchten wir die ausgefallene Dieselzusatzheizung mit den vorhandenen Ersatzteilen wieder in Gang zu bekommen, was aber nicht vollständig gelang, da immer noch ein Fehler vorhanden ist, den man allerdings nur mit einem Analysegerät finden kann, welches wir nicht hatten. Und nachdem Ursinus seine Pflege erhalten hatte, mußte ich auch noch herhalten ... Aline schnitt mir die Haare. Mit Rudi und seinem Schwager fuhren wir in einem kleinen Boot von Punta Mita aus zu kleinen Inseln auf dem Meer. Hier kann man in glasklarem Wasser tauchen und riesige Schwärme von bunten Fischen beobachten. Auf den Inseln trifft mann den relativ seltenen Blaufußtölpel an. Bei den Blaufußtölpeln Das mexikanische Straßen mit Aufmerksamkeit zu befahren sind, erwähnte ich schon einmal. Hier war aber volle Vorsicht geboten, denn ein Schleusendeckel fehlte und als Achtungszeichen befanden sich ein paar Äste darin und dies ist kein Einzelfall, wie auch überbeladene Autos. Tepic ist eine ruhige kleinere Stadt mit interessanten Flair. Gerade die handwerklichen Erzeugnisse der Indianer kann man hier auch zu vernünftigen Preisen bekommen, was unsere Tochter auch gleich nutzte oder auch durch andere Geschäfte mit Marika bummelte. Indianische Kunst der Huichol- oder Tepehuano-Indianer am Plaza... interessanter als nur Kaufen ... Wer sich etwas mehr Zeit an den indianischen Ständen nimmt, bekommt auch zu den Gegenständen die entsprechenden traditionellen Informationen, wie im Beispiel des nebenstehenden Wandbildes mit einer speziellen Fadenlegetechnik. Ich ließ mir die Geschicht zu diesem Bild aufschreiben, welche mir dann Petra und Memo, zwei Freunde aus Santa Maria del Oro übersetzten...  Auf einem traditionellen Fest im Zentrum (unterer Halbkreis an Bildunterkante) tanzt ein Kopf des Rehes (Ecke links oben) für eine Nacht um das Feuer herum. Die Federn des Adlers (Mitte des Bildes) werden zum Heilen und Reinigen der Kranken (sitzen in der Mitte des unteren Halbkreises - hellblau) benutzt. Der Schamane (rechte unter Ecke) benutzt dazu den Medizienstab (linke untere Ecke), um die Kranken zu heilen und zu beraten. Nach dem Indianermarkt steuerten Marika und Aline die Geschäfte der Umgebung des Plaza an, wo sie sich in ihrem Element fühlten ... Marko und ich beobachteten dagegen das Markttreiben oder die Schuhputzer lieber von einem ruhigen Cafe aus. Mit diesem traditionellen Tanz wird im Klang der großen Trommel zuerst der Platz in alle vier Himmelsrichtungen symbolisch gereinigt, bevor die eigentliche zerimonielle Huldigung der Götter in einem weiteren Tanz mit Trommel und Rasseln beginnt. Vor den Spaniern wurde aus der ca. 7 - 13 jährigen Kaktus-Agave das alkoholische Getränk Pulque gegoren. Erst durch die Spanier wurde dann die Destillation bekannt und es entstand in der Folge der weltweit bekannte Tequila, dessen Herstellung wir uns in der gleichnamigen Stadt Tequila in der Fabrik Sauza anschauten. Auf einer weiteren Tour besuchten wir mit den Kindern nochmals die Mangrowensümpfe mit dem Boot bei San Blas. Zu dieser Zeit brüten hier gut versteckt viele Vögel wie der, mit seinem riesigen breiten Schnabel urzeitlich wirkende, Blue Bold Heron (Reiher). An anderen Stellen dagegen trifft man auf größere Schildkrötenansammlungen beim Sonnenbad. Als letztes besuchten wir dann noch die Krokodilfarm mit rund 25 erwachsenen Tieren. Die Tempelanlage in der Nähe von Ixtlan an der Autobahn nach Guatelajara ist zwar nicht so groß wie in Palenque aber trotzdem vermittelt sie einen Einblick in die vergangene Hochkultur der Indianer. Und nun gehts weiter nach Guatemala ... Der Urlaub der Kinder war nach 14 Tagen wie im Flug vergangen und wir waren nunmehr schon 6 Monate in Mexiko. Wir lernten dieses Land mit seinen Menschen und der Geschichte um einiges besser kennen. In diesen sechs Monaten unterhielten wir uns mit vielen Menschen, vom Millionär bis zu den Ärmsten, und schlossen viele Freundschaften. Immer erhielten wir von allen Menschen freundliche Hilfe und Unterstützung bei Problemen. Die Reisewarnungen des deutschen auswärtigen Amtes können wir diesbezüglich landesweit nicht bestätigen, was nicht heißen soll, daß es immer wieder einmal zu Zwischenfällen kommen kann. Doch es gilt als erstes immer eine gesunde Vorsicht an den Tag zu legen und zweitens bestätigt sich das alte Sprichwort immer wieder ... wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück. Und selbst in kritischeren oder unklaren Situationen ist es immer ratsam, wenn möglich sich unauffällig zurück zu ziehen oder mit freundlichem Gesicht und Gespräch auf die Menschen zu zugehen, als den großen Außerirdischen zu spielen. Besonders möchten wir uns noch bei Petra und Memo aus Santa Maria del Oro für ihre Hilfe und Unterstützung bei den vielen kleinen und größeren Angelegenheiten bedanken. Unser Aufenthalt in Mexiko geht nun langsam zu Ende und wir werden in der nächsten Woche die guatemaltekische Grenze erreichen. Gegen Ende August werden wir dann bestimmt viel Neues über Guatemala berichten können - bis dahin grüßen die Weltenbummler Ingo und Marika.

 

21.05 bis 30.06. 2004 - Tanz der alten Männer

 

Haben nach längerem Suchen diesen kleinen schönen und abgelegenen Campingplatz unter Mangobäumen in einem Hochlandtal bei Tamasope gefunden, wo allerdings nur eine kleine Dirt-Road auf den Berg führt (N 21°55'50,6'' und W 099°24'55,3''). Vom Camp geht ein steiler Pfad mit teilweise riesigen Stufen zum Wasserfall über hundert Meter runter. Dort herrscht tropisch schwüles Klima und man braucht nach dem Weg erst mal ein Bad am Fuß des Wasserfalls. Ist man dann wieder zurück auf dem BergCamp, braucht man eigentlich schon wieder ein Bad.Zuckerrohr-LKW gnadenlos überladen Wir wollen nach Real de Catorce, müssen aber in 2600 Meter Höhe vor einem Tunnel (2 km vor dem Ort) umkehren, da durch den Tunnel nur Fahrzeuge bis zu einer Höhe von rund 2,5 Meter passen und nicht, wie sie uns in der Touri-Info 3,20 m nannten. Dies ist nur die höchste Stelle des Tunnelbogens. Also versuchen wir jetzt von der Ostseite eine 10 Kilometer lange Offroadstrecke über die Berge. Den ersten Teil bis zum km 7, ein Sendemast mit Station, schaffen wir noch, aber dann wird die Strecke so steil, daß wir auch hier umkehren. Zacatecas - die Stadt ist sehr schön und mit viel alter kolonialer Bausubstanz an Häusern sowie Kirchen und Kathedralen. In der Stadt erleben wir die Freiluftveranstaltung eines Pantomimers und einer Folkloretanzgruppe mit Tänzen, Trachten und Traditionen aus der spanisch-mexikanischen Kolonialzeit der Weißen. Die Tänzer mit den blauen sowie roten Röcken tanzen einen Tanz, wie er auf Festen in der Gegend von La Paz gepflegt wurde. Die Kleidung ist hier sehr stark spanischen Charakters. Dagegen sind die Kleider der Tänzer von Chihuahua schon etwas mehr von den Trachten der Indios beeinflußt. Dieser Tanz war der Tanz zu einer Hochzeit, wobei die Braut ganz in weiß gekleidet war und mit dem Bräutigam immer im Mittelpunkt des Tanzes stand. Die Bergregion von Michoacan ist nicht nur durch die tausenden von Monarchfalter bekannt, sondern auch durch sehr viele handwerkliche und landwirtschaftliche Fähigkeiten der hier lebenden Indios. In den Bergdörfern, wie hier in Paracho findet man auch die kleinen indianischen Märkte. Putzcuaro liegt südlich an dem gleichnamigen See und ist in seinem kolonialen Baustil über die Jahrhunderte so unverändert geblieben, so daß man keine modernen Bauten hier vorfindet. Auch vor der Kolonialzeit war die Gegend ein Zentrum der Indianer, welche ihre Hauptstadt mit Tempeln an der Ostseite des Sees hatten, von dessen Größe man heute aber nur einige wenige Tempelreste vorfindet. Dafür pulsiert heute das indianische Leben auf den Märkten und in ihren Tänzen. Tanz der alten Männer. Durch einen Glücksfall erlebten wir einen indianischen Tanz auf dem Plaza in Putzcuaro, in welchem die Tänzer mit Masken und Gestigen alte Männer nachahmten. Auf dem Weg nach Guadalajara erwischte uns wieder einmal ein Unwetter. Und da es um die Straßenkanalisationen allgemein in Mexiko nicht so rosig steht, steht dafür das Regenwasser auf den Straßen um so höher. Wir hatten mit den 30 - 40 Zentimetern Wasser kein Problem, denn wir können mit unserem Fahrzeug durch fast einen Meter Wassertiefe unbeschadet hindurchfahren. Allerdings die anderen Autos hatten damit ein Problem und somit war Guadalajara gnadenlos mit Autos verstopft, worauf wir dann lieber die Richtung West über die Berge zur Küste einschlugen. In der Nähe von Melaque trafen wir Juan Mendoza und Manuel Lopes, die Haus-meister dieser super gelegenen Villa an einem Küstenberg sind. Von den beiden lernten wir nicht nur spanisch, sondern das Krabben bei ihnen den Wettberwerb nicht in Schönheit gewinnen, sondern in Größe mit dem Preis im Kochtopf zu landen. Auch sonst wurde fast alles auf seine Eßbarkeit geprüft, vom Leguan über Schlangen bis zum Kaktus.

 

01.05 bis 20.05. 2004 - Die USA

 

Wunderwlt u. Schattenseiten der USA Vom Süden in den Norden Arizonas durch wilde, einsame und vom Tourismus noch nicht überflutete Schluchten und Berge ging meine Fahrt zum Versteinerten Wald (Petrified Forest NP). Von weitem könnte man die Stämme tatsächlich für gerade umgekippt halten, dagegen sind sie schon einige Millionen Jahre alt und durch Eisen, Mangan, Silizium usw. versteinert. Da die losen weicheren Gesteinsschichten durch Erosion abgetragen werden, kommen nun die ehemaligen Baumriesen wieder ans Tageslicht. Nur wenige Kilometer nördlicher Grenzt die Painted Desert mit ihrer Einzigartigkeit an dieses Gebiet und läßt reichlich Spielraum für Phantasie, wie links der wachsame Steinzwerg. Nicht millionen sonder einige tausend Jahre zurück versetzt wird man in den alten Siedlungsruinen der Pueblo-Indianer im ChacoCanyon. Hier findet man bei genaurer Suche auch überall Felszeichnungen an den Talwänden. Die Offroadstrecke zum ChacoCanyon forderte von Ursinus allerdings einen gesonderten Zoll- in Form eines platten Reifens, so daß ich dann auch noch die 2 alten in einer Werkstatt tauschte. Danach ging es von New Mexiko weiter nach Colorada in den Mesa Verde NP, wo sich die größten und meisten und gut erhaltenen Siedlungsruinen der Pueblo-Indianer unter den Felsüberhängen befinden. Auch in den Hochwüsten Utahs in der Cedar Mesa strahlte jetzt eine Blütenpracht. Mit neuen Reifen erlaubte ich mir gleich noch eine Offroad-Tour durch diese Gegend auf der Comb Ridge Road nach Süden und weiter den Snowflat Trail sowie Mormonen Trail. Hier brauchte ich an einer Stelle für ca. 3 km über eine Stunde durch und über die Felsen. Aus diesem Hochplateau zurück geht es eine Felskante ca. 450 Meter runter in das Tal der Götter. Dieses Tal hat seinen Namen zurecht und im Nachgang finde ich es beeindruckender als das Monument Valley, nur daß man hier eben einen Allrad benötigt um hindurch zu fahren, damit kommen keine Bussladungen hier hinein. Das Monument Valley empfing mich mit einem zweitägigen Sandsturm, wahrscheinlich weil ich das Tal der Götter beeindruckender fand. Trotzdem gaben die Mitten Buttes wenigstens zum Sonnenaufgang einen interessanten Blick frei. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich mich wieder mit Marika, Horst und Waltraud in Las Vegas treffen und zusammen weiter fahren. Doch die USA verweigerten Marika ohne Begründung die Einreise, behandelte sie wie einen Ter ... und schickte sie im nächsten Flieger zurück nach Deutschland. Wer die DDR noch kennt, den erinnert dies unweigerlich an die Stasi - nur das die USA hier die Stasi in ihrer Kunst und Angst noch übertrifft. So blieb mir nichts anderes übrig, als wie geplant mit unseren Freunden zu fahren und auf Neugkeiten aus Deutschland zu warten. Der nächste Abstecher ging deshalb erst mal in den Zion NP. In das Gebiet der Coyote Buttes Süd dürfen täglich nur 10 Personen mit einer Permit hinein, diese hatten unsere Freunde auch für uns mit besorgt und so überwältigte mich eine bizarre Farben und Formenvielfalt der Sandsteinfelsenwelt. Wie im Märchen ging unsere Tour von den rotbunten Felsen den nächsten Tag in die weiße Felsenwelt des relativ unbekannten White Rock Valley. Riesige weiße einzelne Wände wirken hier wie Kathedralen und nicht weit davo stehen kleine weiß-braun gebänderte Türme mit braunen Felshüten. Und noch einen Tag später bildete der Besuch, natürlich auch mit Permit (20 Personen pro Tag), der Wave und der der Secund Wave den Höhepunkt dieser Wunderwelt. Nach dieser Tour ergab der Zufall, daß sich gerade die Radeberger Reisegruppe vom Thomas Moch in Flagstaff aufhielt und Thomas mir auf diesem Weg dankenswerter Weise einige Ersatzteile fürs Auto mitbringen konnte. Mein Weg führte mich jetzt noch einmal in den Zion NP, das Red Rock Valley, den Bryce Canyon und nach Süden durch das Cotten-wood Canyon. Danach mußte ich allerdings mit unserem Ursinus über 2.500 Kilometer in 3 Tagen Gas geben, denn Marika durfte auch weiterhin nicht in die USA einreisen und so mußten wir unseren USA-Trip abbrechen. Marika hatte jetzt einen Flug nach Mexiko, wo wir uns in Monterrey wieder treffen wollten. Viele US-Bürger bereisen - wenn überhaupt - nur die Bahia California, weil dort vieles in amerikanischer Hand ist. Das Festland meiden die meisten oder fahren aus Sicherheits-gründen nur in großen Gruppen von rund 20 Fahrzeugen und mehr. Viele US-Bürger, mit welchen wir sprachen, gaben die Hauptschuld der verfehlten Einmischungs-politik der US-Regierung und dort insbesonders der Bush-Regierung. Da wurden Vergleiche wie primitiver Cowboy-Präsident oder Vergleiche mit einem Deutschen aus dem 2.Weltkrieg gezogen. Nur wenige äußerten sich befürwortend mit dieser Politik. Deshalb hoffen die meisten, daß die US-Präsidentenwahl Ende des Jahres hier eine Wende bringt. Und damit zu den Schattenseiten der USA: Das der CI... und angeschlossenen Emigrationsbehörden usw. die DDR-Stasi übertreffen, erwähnte ich schon. Aber dies hat natürlich einen Grund. Leider spielt die US-Regierung - ob mit oder ohne UN-Mandat in der Welt überall den Weltpolizisten und so kommt es, daß sie in diesen Ländern natürlich nicht gerade beliebt ist. Weniger bekannt, aber deutlich erlebbar ist diese Unbeliebtheit der USA in Mexiko.

 

01.04 bis 30.04. 2004 - Wenn die Wüste erwacht ...

 

Da Marika von Mexiko nach Deutschland geflogen war, weil unsere Tochter im Krankenhaus lag, fuhr ich die nächsten 12.000 km und rund 6 Wochen alleine von Mexiko weiter und ohne Probleme über die texanische Grenze bei Presidio in die USA. Von Mexiko erstreckt sich die Chihuahua-Wüste bis in die USA und dort befinden sich der kleinere Big Bend StatePark so wie östlich angrenzend der größere Big Bend National Park. Noch bevor ich hier einfuhr erwischte mich ein Hagelunwetter mit 3 cm Körnern und nur wenige Minuten später überflutete wolkenbruchartiger Regen alle Roads des Parkes. Was für die Natur, laut den Rangern seit 9 Jahren so ergiebig, eine Wohltat war, war für die Menschen etwas südlicher in Mexiko eine Katastrophe, da dort die Hagelkörner ca. 12 cm groß waren und ca. 35 Todesopfer beklagt wurden. Ich hatte jedenfalls wieder einmal Glück, denn ich konnte mit unserem Fahrzeug die überfluteten Roads befahren und erlebte nun das unheimlich rasante Erwachen der Wüste in ihrer gesamten Vielfalt, wie aus der sonst üblichen Farbe grau bis beige erst grün hervorsprießt und dann nach und nach Blüten in sämtlichen Farben aufgehen. Die Gunst der Stunde nutzten auch die Rinderhirten zum Viehtrieb und Brennen der Kälber. Nach den Wiesenblumen und kleinen Stauden treiben dann auch gleich die Yuccapalmen ihre riesigen Blütenstände hervor. Die etwas versteckteren Kakteen muß man allerdings mit etwas Geduld in ihren Verstecken suchen. Bei dem Anblick würde wahrscheinlich jeder Kakteenfreund neidisch werden und an seine kümmerliche Zucht zu Hause denken. Die Blütenpracht ist nicht nur für unsere Augen ein Schmauß, sondern insbesonders viele Insekten haben auf diesen Moment des Nahrungsangebotes seit langem gewartet. Der größte weithin sichbare blühende Strauch ist der Ocotillo mit seinen intensiv-roten Blütenständen. Da nun auch viele Insekten umherschwirrten, hatte ich endlich Glück den überaus scheuen und vor allem uneimlich flinken Roadrunner einmal zu erwischen. Denn ansonsten sah ich ihn und bevor ich noch die Kamera fertig hatte, war dieser Laufvogel schon wieder 20 Meter im Gestrüpp weitergerannt und man bekam keine Chance, ihn zu fotografieren, die Wildtauben waren da etwas fotofreundlicher. Von Texas über mehrere Stationen durch New Mexiko gelangte ich in den Süden von Arizona in die Westernstadt Tombstone. Wie in alten Zeiten lehnen hier auch noch Westernhelden mit ihrem Colt an den Vordachsäulen und im Salon gehts rund. Ein interessanter Besuch - aber nicht meine Welt - zu künstlich. Im Banne der Klapperschlangen und Gilamonster. Für längere Zeit war ich zu Besuch bei Sandy und Bob auf der Grey Hawk Ranch in der Nähe von Sierra Vista. Mit ihrer Hilfe konnte ich die hochgiftige Western Diamond Klapperschlange (1.Foto) oder die farbenprächtige aber harmlose GopherSchlange (2.Foto) oder das Gila Monster (Salamander)beobachten. Dabei gelangen solche einzigartigen Fotos, wie sie gerade Mäuse gefangen hatten oder ein anderes Mal ein Vogelnest mit Jungvögeln ausgeräumt hatten. rechte Serie - Western Diamond Klapperschlange (ca.80-100 cm) mit Maus untere Serie Gopher Schlange (ca. 200 cm) mit Beute Bei Gefahr reckt sich dieser Käfer, um größer zu sein und gibt zudem noch ein stinkendes Sekret ab. Hilft alles nicht, stellt man sich tod und ist die Gefahr vorbei rennt man schnell davon. Ein besonderer Glücksfall für mich war das Treffen mit dem ca. 40-50 cm großen Salamander Gilamonster. Er versteckt sich zu gern in Steingeröll oder Nieschen, so daß man ihn sehr schwer zu Gesicht bekommt. Er ist harmlos und trotzdem sollte man nicht auf den Gedanken kommen, ihn anzufassen oder zu streicheln. Denn wenn er mit seinem überaus kräftigen Kiefer einmal zuschnappt, läßt er nicht mehr los und dies gibt dann schmerzhafte und infektiöse Wunden - dafür warnt er mit seiner grellen Färbung allerdings auch genug.

 

01.03 bis 31.03. 2004 - Von der Küste nach Chiapas zu den Nachfahren der Mayas

 

Mit Mercedes, einer Führerin, konnten wir gerade jetzt zu dieser Zeit die Zerimonien der indianischen Bevölkerung in mehreren Bergdörfern erleben. Es war die Vorbereitungszeit auf Ostern und den dann folgenden fruchtbaren Regen. Die einzelnen Stämme kamen in ihren besten Trachten u. berieten sich mit den Chamanen u. Stammesoberhäuptern. Auf den davor liegenden Märkten konnte man dagegen ein reges Handeln mit waren aller Art beobachten. Zum Schluß besuchten wir eine Indianerfamilie in ihrem Haus, wo wir sogar bis an den heiligen Schrein durften. Wieder zurück in San Christobal de las Casas bummelten wir durch die Gassen. Die Häuser bestechen durch eine bauliche Vielfalt, aber noch mehr durch ihre kräftigen Fassadenanstriche. Über dem Plaza erhebt sich die mächtige Kathedrale von San Christobal de las Casas mit einer überschwänglichen Verzierung. Und gleich auf den Treppen nutzten Musiker die improvisierte Bühne für einen Freiluftauftritt mit mexikanischen Klängen. Von den 2000-er Bergen ostwärts nach Palenque geht es runter bis auf Meereshöhe und es wird tropisch feucht und heiß und die Wasserfälle von Agua Azul und Misol Ha bieten nicht nicht einen optischen Reiz, sondern auch eine angenehme Abkühlung, welche allerdings nicht lange anhält. Und mitten in dieser tropischen Urwildnis waren die riesigen Tempelanlagen von Palenque im Wald über Jahrhunderte verborgen. Bis jetzt hat man erst rund ein viertel dieser Anlagen gefunden u. der Rest ist noch vom dichten tropischen Urwald umklammert. Aber schon dieses Viertel beeindruckt mit seiner Größe u. zeigt das Geschick der Mayas. Die Spuren der Zeit verschonten auch unser Fahrzeug nicht und so schweißte ein mexikanischer Straßenservice für 150 Peso (ca. 11 Euro) den Riß am Auspuff inkl. zusätzlicher Verstärkung. Unser vorerst letztes Ziel in Mexiko war der Barranca del Cobre (Kupferschlucht). Dafür muß man von Süden kommend erst mal wieder auf normaler Straße bis auf 2634 m hoch und dann auf halsbrecherischen, schmalen und steilen Schotterstraßen mehrmals hoch und runter bis man letztendlich in Batopilas nur noch auf einer Höhe von 462 Metern ankommt. Mit diesen Höhenunterschieden sind die Canyons hier in Mexiko tiefer als der Grand Canyon in den USA. In keinem Buch oder Reiseführer erwähnt, findet man hier in diesen abseitigen Canyon einen riesigen gelb leuchtenden versteinerten Wasserfall, auf dem unser Auto wie ein Matchbox aussieht (3.Bild). Die Fahrt auf diesen Straßen ist nicht ganz ungefährlich und nichts für schwache Nerven, wenn der Abgrund nur 30 cm neben dem Reifen beginnt. Und genau in diese unwirtliche Abgeschiedenheit haben sich die letzten Tarahumara Indianer zurückgezogen. Aus diesem AbenteuerCanyon zurück ging es jetzt über den Rio Urique und durch mehrere Canyons mit überwältigenden Ausblicken bis hinauf nach Creel. In einem Reservat in San Ignacio leben mehrere Familien der Tarahumara Indianer, welche man dort wie im Zoo gegen Eintritt besuchen kann - fanden wir nicht gerade schön. Sehr schön und mit handwerklichen Geschick dagegen sind ihre Handarbeiten im Flechten, Weben, Sticken und Nähen. In El Divisadero am Bahnhof bieten sie den Touristen ihre Waren dann an, wo man sie auch gleichzeitig bei der Fertigung dieser sehr gut beobachten kann. Mit der etwas östlich gelegenen Felslandschaft verabschieden wir uns von der Kupferschlucht, denn unser Mexiko-Visa ist abgelaufen. Noch eine Bemerkung sei gestattet: Überall in Mexiko - da waren wir teilweise im tiefsten versteckten Hinterland und kleinen Dörfchen, waren die Menschen uns gegenüber herzlich und freundlich. Es täuscht natürlich nicht über ein großes Gefälle zwischen arm und reich in diesem Land hinweg und daß daraus Konflikte entstehen können. Allerdings sind die Reisewarnungen des deutschen Auswärtigen Amtes in keiner Weise relevant, danach müßte man ja Mexiko meiden, als sei hier die Pest ausgebrochen. Dann müßte man ehrlicherweise für einige Gebiete und Großstädte Deutschlands, wie Hamburg, Berlin, Rostock oder Dresden-Alaunviertel bzw. Südküsten und Autobahnen in Frankreich oder Spanien mindestens gleichlautende Reisewarnungen herausgeben. Ein tatsächliches Problem sind für den privat Reisenden eher die korrupten Polizisten oder die selbst ernannten Polizisten. Aber mit einer gesunden Portion Vorsicht und Aufmerksamkeit kann man in Mexiko mindestens genauso gut reisen, wie in Europa.

 

01.02 bis 29.02. 2004 - Neues von uns

 

Jetzt sind die Seiten fertig und konnten auch übertragen werden. Leider war die Zeit und die entsprechende Technik in den letzten 2 Monaten etwas knapp, dafür gibt es jetzt aber gleich die Monate Februar und März. Da die Fähren zum mexikanischen Festland relativ kostenintensiv sind und mit Wartezeiten verbunden sind, beschlossen wir den Landweg zum Festland zu nehmen. Also vom Südzipfel der Baja wendeten wir uns wieder in Richtung Norden und wechselten von der Westküste zur Ostküste der Baja, wo es ebenfalls interessante und traumhafte Küstenabschnitte gibt. Nur auf einer unbefestigten robusten Straße gelangt man durch Wüstenlandschft nach San Felipe. Die Vegetation ist hier erstaunlich vielfältig und zum größten Teil für uns unbekannt. Am verwunderlichsten sah das orangene Gewirre in dem Baum aus. Zuerst hielt ich es für Unrat, welcher sich durch den Wind im Baum verfangen hatte. Aber dies ist ebenfalls eine Pflanze mit dem Namen Hexenhaar, welche auf einem Strauch wächst. Die Eisenholzschnitzer von Bahia Kino auf dem Festland. Die Eisenholzschnitzerei kommt von den Seri-Indianern, einem kleinen Stamm aus der Sonorawüste und wurde dann von den Mexicanern übernommen. Ich spreche mit Jesus Martinez 46 welcher das Handwerk mit 15 erlernte und jetzt eine eigene Werkstatt und einen kleinen Laden hat. Frühling in den wüstenhaften Gebieten zeigt sich mit einer enormen Blütenpracht. Ziegelei aber alles in Handarbeit und dies unter freiem Himmel bei brennender Sonne. Die Schlacht mit der Frucht. Wie kommt man nur an das Fruchtwasser und das Fleisch? -- Nach einstündigem Kamf zeigte mir ein Mexikaner in nur 3 Minuten, wie es geht. Man muß nur wissen - wie! Wenn man es geschafft hat, könnte man glatt zum Affen werde und eine Nuß nach der anderen vom Baum holen. Weiter im Süden bei Tepic in den Bergen am See Santa Maria hängen Lianen von den Bäumen, Kolibris und andere exotische Vögel schwirren durch die Luft oder man trifft Leguane u. Skorpione. Ein wahres Tierparadies sind die Sümpfe und Seen bei San Blas, wo an noch relativ ungestört wilde Tiere beobachten kann. Allerdings muß man in Kauf nehmen, daß man hier von Unmengen Moskitos, Sandflöhen oder anderen Plagegeistern verfolgt wird und anschließend wie ein falscher Sträuselkuchen aussieht. Allerdings entschädigen ein dann die Beobachtungen ohne ein Gitter vor den Augen zu haben. Und es fasziniert schon, wenn sich Pelikane aus 15 Meter höhe treffsicher ins Meer in einen Sardinenschwarm stürzen oder der Schlangenhalsvogel sein Gefieder trocknet oder man Auge in Auge einem 6-Meter-Krokodil gegenüber steht. Na und dann gibt es noch die anderen Erlebnisse mit falschen Polizisten, welche mir ohne Instrument zu schnelle Fahrt nachweisen wollten um 1100 Peso zu kassieren. Doch als ich den Fotoaparat herausholte, konnte ich sie nur noch bei wegrennen erwischen. Wie sich herausstellte, ist dies eine wirkungsvolle Abwehr von falschen aber auch richtigen korrupten Polizisten. Jedenfalls ging unsere Fahrt weiter in die Silberminenstadt Taxco, wo warscheinlich fast jede Frau beim Anblick der Schmuckvielfalt und den günstigen Preisen zur Elster werden kann. Der Kultur der Zapoteken und den dann folgenden Mixteken begegnet man in den Tempeln v. Monte Alban bei Oaxaca. Mit einem Umfang von rund 58 Metern ist die 2000-jährige Zypresse in El Tule wahrscheinlich der dickste Baum der Welt. Gleich in der Nähe in Mitla trifft man wieder auf Tempel der Zapoteken, wobei man nach neuesten Erkenntnissen annimmt, das dies hier eine Art Vatikanstadt des Hohen Priesters von Monte Alban war. Zu Unrecht in wenigen Büchern benannt und nur auf einer unbefestigten Straße zu erreichen, das sind die versteinerten Wasserfälle von Hierve el Agua in den Bergen auf 2000 Meter Höhe. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ergeben sich immer wieder neue Farbspiele der Gesteine und des Wassers. Und wem das noch nicht reicht, der kann in den Becken bei angenehmen Temperaturen auch noch baden mit einem Panoramablick in die umgebende Bergwelt.

 

01.01 bis 31.01. 2004 - Auf nach Mexiko

 

Ein neues Jahr hat auch für uns begonnen, allerdings 9 Stunden später als in Deutschland und wir wünschen allen Besuchern unserer Seiten auch für 2004 Gesundheit und vorallem eine friedliche Zeit. Nach dem Silvester schwenkten wir zurück durch die Wüste in den Nationalpark Joshua Tree, welcher durch seine Joshuabäume und die vielfältigen Gesteinsarten und Felsformen besticht. Darüberhinaus findet man hier eine Vielfalt an Kakteen und Farblichtspiele durch die verschiedenen Sonnestände. Durch die natürlichen Kräfte über tausende von Jahren entstanden Felsformen, welche durch ihre Art dann Namen wie Elefant, Jumborocks, Nadel, drei Schwestern oder Kopf bekamen. In diesem Labyrinth von Formen kann man tagelang wandern und entdeckt immer wieder neue Formen. Nach dem Joshua Tree NP machten wir noch einen südlichen Abstecher durch die Wüstenlandschaft vor den Bernadinobergen, bevor wir nach San Diego fuhren. Denn hier mußten wir dann für Mexiko noch eine Autoversicherung und die Touristenkarte besorgen, was wir auf Anraten von Freunden im Discover-Baja Travelclub gleich erledigten. Mexico - Baja California. Die Baja ist von Mexiko das Urlaubziel vieler Amerikaner und Kanadier. Überall wo wir mit den Mexikanern in Kontakt kamen und sie uns als Deutsche oder "Alemania" erkannten, wurden wir freundschaftlich behandelt. Anders dagegen werden Amerikaner als Gringos bezeichnet und man akzeptiert sie eben, allerdings geben sie dafür auch allzu oft den Grund, weil sich viele protzig, laut und und von oben herab aufführen, immer nach dem Motto... wir sind die Größten. In der Zeit von Januar bis März/April kann man insbesonders an der Ostküste der Baja viele Grauwale beobachten. Sie sind aus den kalten Gewässern des Nordens hier her gekommen, um hier in ruhigen und geschützten Buchten ihre Jungen zu bekommen. Erst sieht man nur eine Fontaine, dann den Rücken und dann schiebt sich auf einmal der riesige Kopf von bis zu 3 oder 4 Metern aus dem Wasser. Auf unserer Tour in die südliche Baja trafen wir auch Helen aus England, Kirsten aus Hamburg oder Dirk aus Berlin, mit welchen wir einige Zeit zusammen fuhren. Marika nutzte diese Gelegenheit für einen Freiluft-Friseurtermin, da sie offentsichtlich meinen Haarschneidkünsten nicht traute. Interessant sind immer wieder die kleinen Städte und Dörfer und man staunt nur über die Elektriker, welche doch in dem Kabelsalat der Stromstrippen der Masten noch eine Ordnung finden. Nach guterhaltenen und alten Missionskirchen aus der Spanierzeit muß man schon mal suchen - wie hier in San Ignacio etwas abseits der großen Straße Nr. 1. Etwas abseits der Touristenzentren haben sich vor allem Surfer einsame Strände gesucht, wo möglichst eine lange und große Welle entsteht, da kann man sie dann auch voll in Aktion beobachten. Wieder im Landesinneren überraschten uns mehrere wolkenbruchartige Regenfälle, wobei in deren Folge nach kurzer Zeit schon an den Kakteen die herrlichsten Blüten zu sehen waren. Die Kehrseite allerdings waren weggespülte Straßen, wie wir sie später an der südöstlichen Küste erlebten. Auch wir haben nun unsere Ernährung umgestellt von amerikanischen Hamburgern auf Tacos und Tortillias. Hier füllt Marika gerada Tortillias mit Käse, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch, welche dann auf dem Grill erhitzt werden. Dazu fertigen wir aus Avocados, Zwiebeln, Lauch und Knoblauch eine frische Paste, die es dann zu den fertigen Tortillias gibt. Wie schon erwähnt, sind viele Straßen unbefestigt und waren nach den schweren Regengüssen teilweise einfach weggespült, so daß wir mit unserem Ursinus ordentlich Arbeit hatten und einmal kurz vor dem Umkehren standen....... Armut ....... So phantastisch die Strände an der Baja auch sind, man begegnet laufend den Kontrasten zwischen Armut und Reichtum, wie die zwei Fotos zeigen. Allerdings bekommt man die Besitzer der Luxusbauten kaum zu Gesicht und gleich gar nicht mit ihnen in Kontakt. ... Reichtum ... Dagegen winken die Menschen der ärmlichen Hütten und man kann mit ihnen sprechen oder einen Kaffe trinken.

Fotojournalist Ingo Engemann