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01.07 bis 24.11. 2005 - Wieder in Deutschland

 

Mit vielen Mails wurden wir in den letzten Monaten gefragt, warum keine neue Aktualisierung der Seiten kommt, ob uns etwas passiert ist oder noch viele Fragen mehr. Seit Juni diesen Jahres ist nun viel Zeit vergangen und es gab auch bei uns einige Reiseplanänderungen. Leider kann man nicht alle Dinge einer Reise im Vorfeld planen und so sind wir jetzt seit Ende September wieder nach Deutschland zurück. Unseren Ursinus haben wir dann nach 4 Wochen von Walvis Bay aus im Bremerhaven auch abgeholt und sind nun erst mal komplett zu Hause. Wieder ein Lebenszeichen von uns! Die restliche Zeit seit unserer Ankunft in Deutschland haben wir natürlich sofort genutzt, haben verschiedene Kalender und ein kleines Kinderbuch mit Tiergeschichten herausgebracht und sind gerade auf Tour mit unserer Dia-Show "Hata-Angu" mit schon 5 ausverkauften Terminen im November. Danach wollen wir die Tour anläßlich der Weihnachtszeit erst mal unterbrechen und sie im nächsten Jahr weiterführen. Auf die häufige Frage - Wann wir wieder auf Reisen gehen? - können wir noch keinen Zeitplan vorweisen, nur eins ist schon jetzt sicher - wir starten wieder.

 

Und jetzt noch einige unserer letzten Eindrücke

unseres rund 4-monatigen Namibiaaufenthaltes.

 

Also nach dem wir von Windhoek in Richtung west durch die Namib-Naukluft zu den großen Dünen sind, ging unsere Fahrt nordwärts durch die Steinwüste des Messumkraters, den Ugab-Fluß entlang durchs Rhino-Camp und weiter durchs Damaraland bis hinauf in das Kaokoland, wo wir die seltenen Wüstenelefanten im ausgetrockneten Hoarusibflußbett suchten. Noch weiter nördlich im entlegensten Kaokoland trafen wir dann auf die noch ursprünglich und traditionell lebenden Himbas. Naturwunder und TierparadiesEtosha-Pfanne Schon ein Wildhüter in Südafrika erklärte uns, wenn ihr Tiere in Ruhe beobachten wollt, fahrt in die Etosha-Pfanne nach Namibia, denn im Krüger-NP sind zu dieser Zeit oft mehr Menschen als Tiere unterwegs. Seinem Rat folgend und die Gewissheit der fortgeschrittenen Trockenzeit im Blick standen unsere Chancen also gut. Nur noch wenige natürliche und einige künstliche Wasserlöcher hatten zu dieser Zeit noch Wasser, deshalb versammelten sich die Tiere oft an diesen Stellen. Wir brauchten also nur Zeit und standen öfters mal über 5 Stunden am Rande dieser Plätze und beobachteten das Kommen und Gehen. Unsere Ausdauer wurde dann auch mit etwas Glück fast immer belohnt, und wir bekamen einzigartige Situationen zu Gesicht und auch aufs Foto und Film. Wenn Löwen in der Nähe auftauchen, dann beginnt Unruhe und Hektik unter den Tieren. Alle kennen die riesigen Steinbrücken nur aus den USA. Aber auch in Namibia in der Namib gibt es die Naturwunder dieser natürlichen Steinbrücken über rund 25 Meter. Allerdings befinden sie sich auf einem Privatgelände und sind nicht öffentlich zugängig. Mit einem weiteren Abstecher besuchten wir das Gebiet um Twyfelfontain. Dies ist eines der bedeutendsten Gebiete in Namibia mit Hinweisen auf die Zeit, als hier die San (Buschmänner) - die eigentliche Urbevölkerung des südlichen Afrikas, noch überall lebten. Von ihrem damaligen Leben findet man hier vielfältige gut erhaltene Felszeichnungen und Malereien. Ebenso interessant sind auch hier die außergewöhnlichen Felsformationen, wie das nebenstehende Maul eines Löwen. Letztendlich ging unsere Fahrt noch einmal in die Randgebiete der Namib mit ihren teilweise uralten (rund 800-jährigen) Kameldornbäumen und hinauf zur Spitzkoppe. Unsere letzte Aktion in Namibia war dann die Organisation der Verschiffung unseres Fahrzeuges nach Deutschland. An den Erfahrungen von Panama und Brasilien gemessen, war diese Verschiffung die einfachste und unkomplizierteste. Mit Hilfe von Heike und Peter aus Swakopmund benötigten wir eine Stunde in Winhoek bei der Spedition für die Papiere und nochmals knapp 2 Stunden für den Container laden und Zollabfertigung. Dann war alles fertig - wir wollten es erst gar nicht glauben. Das Auto wurde dabei in einen open Top Container der Größe 20 Fuß mit Tor gefahren. An dieser Stelle können wir beruhigt die Spedition Kühne+Nagel empfehlen. Ihr Hauptsitz ist in Windhoek und eine Außenstelle mit Mitarbeitern ist direkt in Walvis Bay. Der Container geht dann fast immer nach Cap Town, wird hier auf ein anderes Schiff umgeladen und von hier dann direkt in den Bremerhaven. Und diese Verbindung besteht fast immer wöchentlich. Im Bremerhaven hatte allerdings die deutsche Vertretung von gleichnamiger Spedition typisch deutsche Probleme und durfte angeblich unseren Container nicht in Empfang nehmen. Die Begründung bezog sich dabei auf eine Anweisung zur Bearbeitung von nur gewerblicher Fracht und keiner Privatfracht. Auch zwei weitere Speditionen lehnten mit gleicher Bgründung die Bearbeitung unserer Privatfracht ab. Verstehen muß man das nicht, man kann nur mit dem Kopf schütteln. Nur mit Hilfe eines alteingesessenen Hafen-Agenten haben wir dann innerhalb eines Tages unseren Container samt Auto aus dem Hafen bekommen, was die Spedition vorher in 14 Tagen nicht auf die Reihe bekommen hatte. Jedenfalls sind wir nun alle drei wohlbehalten und gesund in Deutschland angekommen. Die nächste Zeit wird nun erst einmal wieder ein deutscher Wind um unsere Nasen wehen, aber über lange oder besser kurze Zeit hat uns das Fernweh wieder. Jedenfalls möchten wir nochmals alle Freunde, welche wir auf unserer Fahrt in den über 2 Jahren auch an den entferntesten Ecken getroffen haben, herzlich grüßen, wir bleiben jedenfalls in Kontakt mit Euch und vielleicht sieht man sich wieder unterwegs oder zur Ausnahme auch mal in Deutschland.
Bis dahin grüßen Ingo und Marika momentan wieder aus der sächsischen Bierstadt Radeberg.

 

14.04 bis 30.06. 2005Wir haben es geschafft und sind jetzt in Afrika!

 

... aber so einfach war es nicht, denn wir mußten unseren Ursinus vom südamerikanischen zum afrikanischen Kontinent verschiffen. Schon lange vorher im Februar diesen Jahres begannen wir damit verschiedene Schiffsgesellschaften und Agenten zu suchen und anzuschreiben. Das Problem war, alle die wir kannten, hatten ihre Autos immer von Afrika nach Südamerika verschifft und wir waren offentsichtlich die ersten, welche es umgekehrt wollten. Die 13-Millionen-Stadt Sao Paulo kann mit ihrem Verkehrsgewirr einem Autofahrer den letzten Nerv rauben. Ivan aus Itanhaem half mir sprachlich und das Terminal überhaupt zu finden, vielen vielen Dank dafür. Mit jeweils 4 cm rechts und links Platz rangierte ich unser Auto durch das Tor des Containers. Dann wurde er sicher verzurrt, eine Plane über alles gezogen, das Tor geschlossen und mit einer Plombe versiegelt. Um es abzukuerzen, hier nur einige kurze Informationen. Die Verschiffung auf der brasilianischen Seite brauchte zum Schluß ganze 4 Wochen, eingeschlossen solcher Geschichten, dass wir schon einmal mit der Agentur und dem Zoll alles fertig hatten ... aber ... Safemarine hatte den Container nicht weiter reserviert und alles begann von vorn mit der Suche nach einer Schiffsgesellschaft und einem neuen open-top-Container. Danach begann wieder ein unendlicher Papierkrieg, welcher einen Tag vor der Verschiffung darin gipfelte, dass der Zoll jetzt noch eine Meldebescheinigung von mir aus Deutschland verlangte.Keiner wußte, für was die Meldebescheinigung gut sein soll ... aber der Zoll blieb stur. Also organisierte ich mit Hilfe von Marika, welche zwischenzeitlich nach Deutschland geflogen war, dieses Papier per Fax zum deutschen Konsulat nach Sao Paulo. Diese schrieben es ab, bestätigten es mit einem großen Siegelstempel, dann brachte ich das Papier zur Agentur, dies per Motorboy nach Santos und dann zum Zoll. Endlich war der Zoll zufrieden und ich konnte unseren Ursinus endlich zur Verschiffung im Container fertig machen.Soweit so gut, jetzt mußte der Container nur noch aufs Schiff und dann 14 Tage über den Ozean ... aber zu guter letzt verzögerte sich die Abfahrt auch noch um 5 Tage und Hamburg Süd veränderte noch dazu die Reihenfolge des Zielhafen - was uns später noch einmal 7 Tage zusätzliches Warten kostete. Ich war zwischenzeitlich schon nach Durban in Südafrika geflogen, wo auch Marika eine Woche später aus Deutschland eintraf. Von unserer Unterkunft überwachten wir nun täglich die Hafeneinfahrt auf die Ankunft unseres Schiffes. Am 11.Juni war es dann endlich eingetroffen, doch es war Sonnabend, also bis Montag warten ... doch da brauchte unser Container einen Tag vom Terminal bis ins Zoll-Depot. Also konnten wir erst am Dienstag ins Depot ... und ... als erstes fand man unseren Container nicht mehr. Nach einer 1,5-stündigen Suche war er dann endlich gefunden und nach weiteren 4 Stunden hatten wir unseren Ursinus komplett und unversehrt wieder. Stolz meinte unser Speditions-Agent zu diesem Tag, daß diese Prozedur sonst mindestens 3 und mehr Tage braucht, er hatte nur vergessen, daß uns diese Verschiffung insgesamt fast 8 Wochen Papierkrieg und Geduld gekostet hat. Abschließend kann ich mich nur an den abgewandelten Spruch erinnern ... es ist einfacher einen Elefanten durch ein Nadelöhr zu schieben, als ein Auto von Brasilien nach Afrika zu Verschiffen. Durban ist ist eine multikulturelle Metropole und es wundert nicht, wenn man ein Ritscha mit afrikanaischen Motiven antrifft. Im Meeresaquarium begegnet man dagegen der Vielfalt der südafrikanischen Unterwasserwelt. Und während des langen Wartens hatte ich in Durban noch das Erlebnis einer Operation. Auf meiner Schulter hatte sich eine Blüte, in welche auch noch eine Mücke gestochen hatte, zu einer handteller großen Entzündung entwickelt, mit einer nach innen gerichteten Vereiderung. Nach der telefonischen Konsultation des Arztes, entschied er auf unser Zimmer zu kommen und mich dort zu verarzten. Als er dann meine Schulter sah, meinte er nur ... oh so big! Also holte er aus seiner Plastehandwerkzeugkiste das Skalpell sowie einige andere Dinge und schnitt die Entzündung 4 cm lang und 1,5 cm tief gleich auf dem Bett in unserem Zimmer auf. Anschließend wurde alles per Hand ausgequetscht, was der Umgebung den Anstrich einer Fleischerei verlieh und dann kam ein großes Pflaster darüber ... und fertig war die Operation. Zu Besuch bei den Zulu in dem Tal der tausend Berge.... und nun ging es erst einmal nach Namibia, denn nach der Hälfte unserer Reise nach fast 2 Jahren, hatten wir hier einen gründlichen Service unseres Fahrzeuges in der Iglhaut-Werkstatt geplant. Und nur mit etwas Glück schafften wir es auch noch, Carola und Thomas Moch mit ihrer Namibiareisegruppe am letzten Tag der Reise auf einer Ranch nördlich von Windhoek zu treffen, wo wir nach dem herzlichen Treffen noch einen langen Abend verbrachten. Nach 2 Werkstatttagen war dann auch unser Ursinus wieder frisch geölt, gefettet, ein Radlager gewechselt, der Auspuff geschweißt und die Längssperre funktionierte auch wieder. Die Geländestrecken in Argentinien oder Chile hatten eben noch zum Schluß in Südamerika nach insgesamt nunmehr 130.000 Kilometern ihre Spuren hinterlassen. Unsere erste Erkundungsfahrt in Namibia begann dann auch gleich wieder auf einer Schotter- und Sandstrecke über 350 Kilometer durch das Khomas-Hochland über den Bosua-Pass hinein in die Namib-Naukluft-Wüste bis nach Swakopmund an der Westküste. Die Namib ist neben der Atacama eine der trockensten Wüsten der Erde und doch fanden wir Pflanzen, welche sich diesen extremen Verhältnissen gut angepaßt haben. Was dabei wie ein vertrocknetes Unkraut aussieht, ist die Welwitschia, welche ein Alter zwischen 1.500 und 2.000 Jahren erreichen kann. Zwergenhaft wirkt dagegen unser Ursinus zwischen den riesigen Wanderdünen der Namib in einer unhemlichen Stille. Unsere weitere Reise wird uns demnächst in ausgetrockneten Flußbetten und durch offenes Gelände in den wilden Nordwesten Namibias in das Kaokoland zu den Himbas und legendären Wüstenelefanten führen ... aber darüber im nächsten Bericht.

 

05.03 bis 16.04. 2005... noch in Argentinien

 

... im Nationalpark Lanin und am Fuße des gleichnamigen Vulkans. Am Lago Alumine durchfährt man eine einzigartige Landschaft mit riesigen Basaltfelswänden und den Wäldern der Araucarai-Bäume. Weiter nördlich erleben wir die Faszination des argentinischen Mondtales, mit seinen besonderen Felsformationen in sämtlichen Farben und die ältesten Funde von Sauriern. Eine riesige Fläche mit Steinkugeln, wirkt hier wie ein übergroßer Billiardtisch, an dem die Riesen gespielt haben. Die Gesteinsfarben wechseln innerhalb weniger Meter quer durch die Farbpalette. Da in der gesamten Landschaft keine Vegetation zu sehen ist, kann man sich kaum vorstellen, daß hier vor Millionen von Jahren Saurier durch üppiges Grün gestapft sind. Nur einige Kilometer weiter findet man das Talampaya-Tal mit der riesigen Kathedrale-Felswand oder dem Mönch. Weiter in Richtung Norden führt uns unser Weg immer wieder vorbei an den Straßenschreinen, welche jetzt vor der Osterzeit oft besucht werden und mit vielen Flaschen alkoholischer Getränke und anderen Dingen bestückt werden. Auf der Straße Nr.68 nördlich von Cafayate durchfährt man eine fantastische Gebirgslandschaft mit laufend wecheselnden Formen und Farben. In den Dörfern wird jetzt der scharfe Paprika geerntet und getrocknet.... und dann unser erster Versuch über den Sico-Paß durch die Anden bis über 4.500 m nach Chile ... aber ...... die chilenischen Grenzbeamten sind an diesem Paß eine Hürde der besonders gastunfreundlichen Art. Daß man keine Lebensmittel nach Chile über die Grenze nehmen darf, wußten wir ... aber in unserem Fall wollten die Beamten auch noch unser Feuerholz. Und zur Krönung wollten sie uns noch wegen falscher Angaben betreffs des Holzes belangen. Da hat es uns gereicht, wir haben ihnen vor den Augen die Zettel weggenommen, zerrissen und sind einfach wieder umgekehrt. Wie wir später erfuhren, waren wir an dieser Grenze kein Einzelfall dieser Unfreundlichkeit.... auf dem Weg zum Jamapass wird es am Horizont weiß, allerdings in der Höhe von rund 4000 m vermutet man Schnee oder Eis, doch es war der riesige Salzsee Salina Grande - über welchen wir dann fuhren. In San Pedro trafen wir Conny und Andreas aus Thüringen mit ihrem L 300. ... 2. Versuch nach Chile über den Jama-Paß ... Nach dem Jama-Paß geht es in der Hochebene bis auf 4840 Meter hoch und danach auf rund 30 Kilometern über 2000 Meter runter in die Atacamawüste nach San Pedro wo wir freundliche chilenische Grenzbeamte vorfanden und keine Probleme bei der Einreise hatten. Seit 50 Jahren kein Regen - die Atacamawüste... und hier findet man auch das chilenische Tal des Mondes - wo man sich tatsächlich, wie auf den Mond versetzt, vorkommt ... nur die Schwerelosigkeit fehlt noch. In eines der größten von Menschenhand geschaffenen Erdlöcher blickt man in der der Nähe von Calama im Kupfertagebau. Neben den riesigen Kippern kommt man sich vor wie ein Zwerg im Land der Riesen.... und wieder hinauf zu den Tatio-Gysiren ... Die Fahrt geht durch eine Art Gebirgswüste, wieder bis hinauf auf 4600 Meter. In dieser Höhe hat unser Auto mehr zu schnaufen als wir und zeigt dies mit tiefschwarzen Auspuffwolken. Wir übernachten hier oben bei minus 8 Grad erleben die Gysire am nächsten Morgen im Sonnenaufgangslicht. Hier oben in den Anden gibt es nur reine Pisten, welche vom übelsten Wellblech, über lose Schotterstrecken bis zu endlosen Staubwegen gehen. Letzteren findet man dann am Tagesende auch überall im Fahrzeug wieder und putzen ist zwecklos, denn tagsdarauf ist wieder alles eingepudert. Von 4000 m durch die Wolken auf 1000 m runter nach Salta. Eine enge Passage durch abgerutschtes Geröll schlitzte uns einen Reifen auf. Nach dieser Hürde war dann endgültig Schluß, denn der gesamte Hang mit Piste war den Hang runter gerutscht und wir mußten erst mal rückwärt fahren, bis eine geeignete Stelle zum umkehren war. In Salta trafen wir noch weitere Deutsche, wie Martin und Christiane mit ihrem Unimog, wo wir einige Tage blieben und eine Grundreinigung im Auto machten. Danach ging die Fahrt weiter durch den Grand Chaco mit abendlichen Angeln fürs Abendbrot. Auf einem Abstecher in den Chaco Nationalpark machten wir Bekanntschaft mit den Monster-Moskitos, die an Stechfreudigkeit und Größe bis jetzt unübertroffen sind. Und dann schloß sich unser Kreis durch Argentinien und Chile wieder am Foz do Iguazu in Brasilien, wo wir im Januar starteten. Hier werden wir jetzt erst einmal unsere Überfahrt und Verschiffung nach Afrika organisieren.

 

01.02 bis 04.03. 2005 Von Argentinien nach Chile - Torres de Paine

 

Das Massiv des Torres de Paine aus südöstlicher Richtung am Tag. Nur Frühaufsteher haben rund 7 min die Chance die Torres im spektakulären Sonnenaufgangslicht zu betrachten. Relativ scheu ist der patagonische Emu - noch dazu, wenn die Henne Junge mit sich führt ... dagegen ist das Guanacko gerade im Nationalpark Torres de Paine relativ zutraulich und manchmal sogar neugierig.... und wieder über die Grenze nach Argentinien So glatt, wie die Straßen auf den Fotos aussehen, sind sie allerdings nicht, den der Großteil patagonischer Straßen sind Schotterpisten und die teilweise der übelsten Art, so daß sie alles im Auto erschüttern. Und der Kampf gegen den endlosen Staub ist mittlerweile eine unserer abendlichen Hauptbeschäftigungen geworden ... ... dafür ist das Weiß und Blau d. Morenogletschers ein Erlebnis. Und mit etwas Glück erlebt man das Kalben an der Front. Wir sahen drei Mal den Abbruch einer fast 40 Meter hohen Front.... und wieder einige hundert Kilometer Schotterpiste weiter nördlich sieht man schon aus der Ferne das Gebirgsmassiv des Fitz Roy mit seinen nadelartigen rund 1000 Meter hohen einzelnen Berggipfeln. Fast immer ist hier alles wolkenverhangen, aber wir hatten wieder einmal Glück mit dem Wetter. Schon am nächsten Tag war wieder alles mit tiefen grauen Wolken verhangen. Hier oben trafen wir Marc und Paul aus Holland auf ihren Crossmaschinen. Allerdings hatte Marc ein komplett gebrochenes Bein mit einem Spezialgips und Paul hatte gerade einen Platten und kurze Zeit später Probleme mit der Antriebskette. Auf diesen einsamen Pisten hält jeder an und fragt ob man behilflich sein kann, denn die Strecken zum nächsten Ort sind oft gleich mal 40, 50 oder 100 Kilometer.... noch ein Abstecher von rund 100 km in eine Sackgasse über übelste Piste lohnte sich, denn am Ende befindet sich der Nationalpark Moreno mit einer einzigartigen urigen Landschaft - auch bei nicht so schönem Wetter.... und wieder nach Chile auf die wilde Carratera Austral Das "wild" kann man gleich 2x wörtlich für diese Straße nehmen. Denn was bis jetzt auf den anderen Pisten noch nicht zerschüttelt wurde, hat hier eine Chance, seinen Geist aufzugeben. Auch bei uns kündigte ein weiteres Federblatt seinen Dienst auf dieser Strecke. Aber nicht mehr lange, denn die Chilenen bauen schon an einer Asphaltstrecke, dann ist das Fahrabenteuer vorbei. Zum anderen geht die Carratera Austral durch eine bilderbuchartige wilde Landschaft. Egal wo wir sind, wir sammeln immer Holz für das abendliche Lagerfeuer zum Kochen und vorallem zum Braten der argentinischen Steaks. Dabei sieht unser Ursinus innen manchmal eher wie ein Holztransporter aus. Zeit braucht man auf der Carratera und eine Geschwindigkeit von 20 - 30 km/h Durchschnitt ist üblich ... ... noch dazu, wenn gerade in einer engen Schlucht die Straße freigeräumt wird oder ein umgefallener Baum den Weg versperrt.... und wieder über die Grenze nach Argentinien Von Trevelin in den Nationalpark Los Alerces und weiter Richtung Norden treffen wir Klaus und Ursula aus Leonberg sowie Klaus und Claudia mit ihren 2 Kindern. Letzere waren ehemals auf ihren 2 Motorrädern 16 Jahre in der Welt unterwegs. Bekannt wurden sie mit ihrer Diashow und dem gleichnamigen Buch unter der Bezeichnung "Abgefahren".

 

25.12.2004 bis 31.01. 2005 - Abenteuer Pantanal

 

Vom Pontonschiff runter ging unsere Fahrt von Porto Velho aus rund 2.000 Kilometer südwärts vorbei an gerodetem Amazonasdschungel und endlosen Viehweiden oder Sojafeldern bis zum Pantanal. Das Pantanal ist eines der weltweit größten Überschwemmungsgebiete und wir waren natürlich in der Regenzeit hier - wo es reichlich Wasser und natürlich Schlamm auf den Pisten gab. Selbst die Gauchos hatten mit ihren Vieh-herden einige Probleme. Im Lied heißt es ...  über 7 Brücken mußt du gehen, aber im Pantanal sind es ca. 130 Brücken Offiziell sind zwar auf den rund 200 Km alle Brücken bis Porto Jofre für 8 Tonnen angelegt, nur knarrten und bewegten sich die meisten Brücken schon bei unserem Gewicht von 3,5 Tonnen. Und um so tiefer wir ins Pantanal eintauchten, um so abenteuerlicher wurden die Brücken - bis wir 10 Kilometer vor Porto Jofre vor einer Brücke standen, welche an Beweglichkeit und Brüchigkeit alle anderen übertraf. Letztendlich gaben wir an dieser Brücke - es war wohl Nr. 121 - auf und machten uns wieder auf den Rückweg. Schließlich wollten wir unsere Weltreise nicht hier im Pantanal mit einer Versenkung unseres Fahrzeuges im Sumpf beenden. Allerdings hat das Pantanal nicht nur abenteuerliche Brücken und schlammige Pisten zu bieten, sondern auch eine einzigartige Tierwelt. Der große Jabiru mit seinem schwarz-roten Hals ist das Symboltier des Pantanal und man trifft ihn immer an. Dagegen braucht es schon etwas Glück und Geduld, den kleineren Rotbrust-Toucan oder den großen Toco-Toucan zu Gesicht zu bekommen. Viele Reiherarten, Reptilien oder auch den Caracara treffen wir mittlerweile schon seit Mexico in all seinen verschiedenen Arten immer wieder an. Chapada ist ein Gebirgsgebiet nordöstlich von Pantanal mit interessanten Felsen und Wasserfällen, wie dem ca. 30 Meter hohen Wasserfall mit dem bezeichnenden Namen Brautschleier. Ungefähr 8 Kilometer östlich des Ortes Chapada gelangt man über eine Schotterstraße auf ein Plateau, von wo man herrliche Aussichten über die südliche Ebenen und das nördliche Pantanal hat. Eine weiter Besonderheit ist, hier befindet man sich auch exakt auf dem geografischen Mittelpunkt Südamerikas. Wieder zurück von dem Abstecher in die etwas kühleren Berge, fuhren wir in das südliche Pantanal nach Bonito, wo sich ca 12 Kilometer vor Bonito, rechts weg nochmals über eine Piste, ein kleiner Zeltplatz an einem herrlichen glasklaren und kühlen Bach mit kleinem See in einem Reservat befindet. Nach den Offroad-Strecken in Venezuela und im Pantanal war wieder mal ein Check von Ursinus fällig, bei welchem wir auch die Bremsbacken auswechseln mußten. In Foz do Iguaacu fanden wir dann eine hilfsbereite Mercedes-Werkstatt, wo wir an einem Tag ohne Anmeldung alles unkompliziert erledigen konnten - dafür nochmals unseren besten Dank. Ola Amigos de Mercedes Benz-Idisa. Nos queremos mais uma vez agradecer pela compreensao eaajudo! Muito obrigado pela Atencao! Atenciosamente Ingo y Marika. Von Fooz do Iguacu ging es dann von Brasilien über die Grenze nach Argentinien und einige endlose tausend Kilometer durch die Pampa südwärts nach Pategonien und auf die Halbinsel Valdes. Von der so vielversprechenden Insel waren wir etwas enttäuscht und fanden südlicher am Capo dos Bahias oder in Pt. Deseado viel bessere Tierbeobachtungen und Landschaften. An der Patagonischen Küste trifft man an vielen Stellen den Magallan-Pinguin, welcher hier in großen Kolonien brütet und seine Jungen aufzieht. Oft gleich in der Nachbarschaft trifft man dann auf einen der Jäger der Pinguine - die Seelöwen. Oft auf der Schotterpiste Nr. 1 folgten wir der Küste entlang südwärts. In Pt. Deseado fuhren wir dann mit einem Schlauchboot von Darwin-Expeditiones einen Tag lang hinaus zu den Inseln, wo man auch noch den imposanten Felsspringer-Pinguin antrifft oder die Seelöwenbullen hautnah mit ihrem Harem beobachten kann. Hier trafen wir auch die schweizer Weltenbummler Alexandra und Wolfgang mit ihrem Iveco. Einige Kilometer südlicher begegneten wir dann auf einmal einem Kamenzer Nummernschlid an einem IFA-W 50. Wie sich herausstellte, waren es Karin und Roland Müller aus Ottendorf-Okrilla, also ca. 15 Kilometer von unserer Heimatstadt Radeberg entfernt. Hallo was sind das für ulikge Figuren, welche hier durch meine Kolonie laufen. Dick eingemummelt in ein Daunenkleid stehen die jungen Felsspringer auf den Klippen, trotzen dem kalten patagonischen Wind und warten auf die Altvögel mit dem Futter. Ushuaja Die südlichste Stadt der Welt und den südlichsten Punkt unserer Weltreise erreichen wir nach rund 95.000 Kilometern, südlicher gehts nicht mehr, da kommt die Arktis - aber es gibt leider keine Straße dort hin.

Fotojournalist Ingo Engemann